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Perštejn

Wann die Ortschaft genau entstanden ist kennen wir nicht, es ist jedoch sicher, ihre Entstehung hängt knapp mit der Burg Perštejn, nach der die Ortschaft ihren Namen bekam. Erste schriftliche Erwähnung über die Burg kommt aus dem Jahre 1344 her und die Ortschaft voraussetzlich bald darauf entstanden war, denn die Burgherren hatten Interesse für schnelle Ansiedlung unterhalb der Burg. Vom Jahre 1431 haben wir schon Aufzeichnungen über einige, im Gebiet heutigen Potštejns liegenden Bauten. Es handelt sich um eine Kneipe und Mühle, erste bekannte Nachricht über das Dorf kommt jedoch erst vom Jahre 1468 her.

Der Dorfname erfuhr viele Veränderungen, in der Vergangenheit wurde Perštejn als Purstein aufgeführt, Volksname lautete Peršta, in der deutschen Regionalliteratur war es Luftkurort genannt – klimatisches Bad, Sommersitz, oder auch Meran des Erzgebirges.

Über die älteste Geschichte von Perštejn wissen wir leider nur sehr wenig, als bei den Katastrophen, die 1639 und 1784 Klášterec Schloss betrafen, waren alle Belege und Denkbücher verloren. Wir sind jedoch dessen sicher, dass zur Zeit, wenn erste Einwohner begannen sich in Perštejn anzusiedeln, Teil hiesigen Bodens den Einwohners naher Dörfer Černýš, Rájov und Ondřejov gehörte. In diesem Gebiet war auch Bergbau und Eisenhüttenwesen verbreitet, erstes Hammerwerk ist schon vom Jahre 1352 bekannt.

Zu Beginn des 16.Jhs. ist die Burg Perštejn verkommen, was für einige Zeit auch das Leben unterhalb der Burg beschränkt hatte, dieser ungünstiger Zeitraum dauerte jedoch nicht lange. Schon im Jahre 1540 ist im Dorf ein Hammerwerk aufgeführt, 1577 war hier auch ein Hochofen und Perštejn beginnt somit als ein von Eisenwerkszentren Erzgebirges bezeichnet zu werden. Es wurde hier jedoch nicht nur Eisenerz, sonder auch Silber gefördert. Wegen der Gerüchte über hiesige Silbergruben eröffnete eine Gesellschaft 1870 sogar einen halbbestreuten Stollen, in dem wirklich Erz mit Silberinhalt gefunden worden war. Wegen zu hohe, zur Wiederherstellung der Förderung notwendigen Aufwände, waren jedoch die Arbeiten abgestellt.

Am Ende des 16. Jhs. vorherrschte im Gebiet Perštejns (auch im Perštejn selbst) Protestantglaube. In Boča, zu dessen Pfarre auch die Einwohner Perštejns gehörten, lebte Protestantpastor, Kryštof von Fictum, Inhaber der Klášterec Herrschaft, zu deren zu jener Zeit auch Perštejn gehörte. Er war auch Protestant und während des Aufstandes der tschechischen Stände war er auch eine deren führenden Persönlichkeiten. Während des Aufstandes ist er gestorben, trotzdem war er nach der Niederlage in der Schlacht am Weissberg zum Verlust Vermögens verurteilt. 1623 Kryštof Šimon Thun wurde ein neuer Inhaber der Klášterec Herrschafts. Er war Katholiker und er hatte auf seiner Herrschaft starke Rekatholisierung eingeführt. Bočas Pastor sowie dortiger Lehrer hatten weggehen müssen und Perštejn war, zusammen mit Černýš, Rájov und Údolíčko zu Klášterec eingepfarrt.

In folgenden Jahren tobte der Dreissigjährige Krieg, der sich auch auf Perštejn geprägt hatte. In den Jahren 1633, 1634, 1639, 1642 und 1645 wurde das Dorf wiederholt von schwedischen Soldaten überfallen, die plünderten und raubten, viele Häuser sind hier niedergebrannt und grossen Kriegsqualen zufolge sind von hier eine grosse Anzahl der Protestanten weggegangen. Nach dem Krieg gab es hier keine grösseren Wirtschaftsgebäude mehr, in der Kriegszeit wurde auch hiesiges Hammerwerk zerstört.

Über ein grosses Glück konnte eine der bedeutendsten Familien Perštejns sprechen – die Familie Schoffel. Die wurden durch den Dreissigjährigen Krieg, der für ganzes Dorf gebracht hatte, fast nicht betroffen. Der Familie Schoffel gehörten zu jener Zeit ein Paar Mühlen, die Obergaststätte, seit dem Jahre 1649 mit vielen Privilegen beschenkt und sie durften auch rot und Semmeln für Hammerwerke, Vieh schlachten und Schmiede haben.

Das Leben in Perštejn begann nach dem Krieg langsam wieder ins alte Geleise zu kommen, Unternehmens- und Bauwesenentwicklung ging wieder an, es verbreitete sich Viehzucht, Schoffels Mühle vergrösserte sich wesentlich – sie hatte 4 Räder – noch 6 weitere Dörfer, ausser dem selben Perštejn, mahlten dort. Seit der Hälfte des 17. Jhs an das wichtigste Perštejns Unternehmen war eine Eisenhütte. Dazu gehörten auch zwei Stangenhammerwerke und ein Erz- und Schlackenbrechwerk. Das Erz wurde hierher von den Gruben Klášterecká Jesen, Údolíčko, Mýtinky und hauptsächlich Slečna in Mezilesí befördert. 1743 kam zum Eisenwerk noch ein Hammerwerk zum Nageleisen hinzu.

Zu Ostern 1680 brach auf der Klášterec Herrschaft ein Bauernaufstand aus. Auch Jiří, Kryštof Schoffels Sohn nahm daran teil, wahrscheinlich dafür, dass ihm die Grundherren, nach dem Tod seines Vaters 1675, seinen Vaters Rechte und Privilegen nicht zugestanden hattemu. Der Aufstand wurde von der aus Žatec versandten Truppe unterdrückt und Jiří Schoffel zum Tod und zur Beschlagnahme der Gaststätte verurteilt. Es ist ihm gelungen zu fliehen, um Vermögen ist er jedoch gekommen.

Ausser dem Oberteil von Perštejn begann auch der Taloberteil über Perštejn, genammt Finkelstein zu beleben. Rund Anfang des 18. Jhs. wurde hier von Kristián Vetter, Schwiegersohn K. Schoffels, ein Papierwerk mit einigen Gebäuden und 4 Stampfen erbaut. Fast gleichzeitig mit diesem „Unterpapierwerk“ erbaute die Oberherren im Haus Nr. 20 ein s.g. „Oberpapierwerk“. Wenn dann 1756 das Unterpapierwerk niedergebrannt ist, wurde es, vor Furcht, dass zwei Papierwerke nicht ihren Lebensunterhalt verdienen könnten, nie mehr wiederhergestellt. Das Oberpapierwerk wurde von Oberherren 1722 erblich Josef Hergl übergeben. Der durfte, nach Vertrag, auf eigene Kosten, zu bestehenden 5 Stampfen, weitere 3 Stampfen errichten. Er musste jedoch Herstellung hochwertigen Papiers sicherstellen und den Oberherren so viel Papier, wie sie wünschen und das um gegenwärtigen billigen Preis liefern.

Dieses neues Herstellungsgebiet hatte dem Dorf vieles Gute gebracht. Bis 1732 vermisste das Dorf die Kirche, die Leute mussten so in die Kirche bis nach Klášterec gehen. 1724 Papierwerkbesitzer liess jedoch nah zu seinem Haus eine dem Schutzheiligen St. Josef eingeweihte Kapelle erbauen, rüstete sie mit not notwendigem Kirchenbedarf und Glocke aus und seit 1732 übte hier Gottesdienste ein Priester aus Klášterec aus. 1773 vermieteten Hergls Erben das Papierwerk, in dem schon ein neuer Holländer erbaut war, dem Herrn Jan Frass von Vejprty. Zu jener Zeit war dort bei dem Papierwerk auch eine Stampfe zur Herstellung des Flachsöls, die von Ignác Schoffel betrieben wurde. 1798 musste das Papierwerk František Dick, Müller von Vejprty, verkauft werden.

1784 entstand auf der Unterpapierwerkbrandstätte eine Drahtfabrik, die Oberdrahtfabrik genannt war. Sie wurde von der Familie Grunda, die zu den reichsten Familien Perštejns gehörte, erbaut. Diese Drahtfabrik war verpflichtet Eisen nur vom Herreneisenwerk abzunehmen und durfte nicht Mühlenbetrieb in Lužný (z.B. durhc Wasserstauen) stören. Die Drahtfabrik gehörte den Grundas bis 1825, wenn sie sie Václav Plach von Lužný verkauft hatten.

Ende 18.Jhs. war hiesige Kapelle wegen ansteigender Anzahl der Einwohner zu klein, der Weg dorthin war auch für die meisten Pfarrkinder zu lang. Es wurde im Dorf also 1788 ein provisorisches Holzkirchlein erbaut. Im Juli des selben Jahres wurde auf dem Herrenfeld ein Friedhof errichtet, der erst zu Beginn der 60er des 20. Jhs aufgehoben worden ist. Wie es sich bald gezeigt hatte, das Kirchlein misslang, es wurde spöttisch „Schafstall“ genannt, dessen Zustand soviel schlecht war, dass nach kurzem sogar dessen Abstürzen drohte. Es musste also eine neue Kirche erbaut werden. Die wurde 1797 beendet und St. Vendelin eingeweiht.

Die Schule etstand in Perštejn unter Maria Theresia. Zuerst wurde in einer alten Schlossmühle und danach schrittweise in weiteren, ebenso nicht geeigneten Orten gelehrt. 1787 wurde hier erster ständiger Lehrer bestellt, es mangelte jedoch stets an Schulgebäude. Die Lage war immer schlimmer, z.B.1793 98 Kinder mussten sich in inem Raum zusammenpressen. 1801 wurde hier endlich erstes eigenes Schulgebäude erbaut. Auch die jedoch bald ungenügend zu sein begann und musste umgebaut werden.

Der Beginn des 19.Jhs. war in Perštejn mit Bauen geprägt. Es verlief hier Aufbau einer Reihe neuer Häuser, 1802 wurde eine neue Gaststätte „Zum Eisenhammer“ erbaut – heute befindet sich hier eine Bibliothek. Es wurde auch eine neue Strasse zwischen Karlovy Vary und Teplice erbaut.

Der Holzverbrauch in Eisenwerken war zu hoch zu dieser Zeit und der Betrieb hörte auf rentabel zu sein. In den Jahren 1815 – 1827 wurden die Eisenhütten einem Prager Kaufmann Gruss vermietet, danach wurden sie wieder von Herrschaft übernommen. Die versuchte auf alle Weisen die Prosperität zu erneuern – 1832 liess Graf Thun sogar den alten Hochofen ab- und einen neuen erbauen, alles war jedoch vergeblich. 1840 waren hier zwar noch rund 50 Leute angestellt und es wurde hier 1000 Zentner Schmiedeeisen und 500 Zentner Gusseisen hergestellt (Zentner = cc 50 kg), auch hiesige Giesserei zur Erzeugung der Kessel, Ofenplatten, Geländer usw., erfreuten sich eines guten Rufes, Ausgaben stiegen jedoch immer an, bis die Untereisenhütte auf ein Sägewerk und Schindelfabrik verändert wurde. Die übrigbleibenden Eisenwerkbetriebe wurden 1864 dem Freiherrn von Riese-Stallburg verkauft. Der versuchte Aufwände durch Ersatz des Holzes für Braunkohle zu senken, es ist ihm jedoch nicht gelungen und die Arbeiten in der Eisenhütte mussten gänzlich abgestellt werden. Der Haupthammer wurde auf eine Waffenwerkstätte verändert.

Die Hütte war jedoch nicht der Einzige wer mit den Problemen kämpft. Auch die Unterdrahtfabrik veränderte zweimal Produktion, um 1848 niederzubrennen und endlich nach dem Jahre1854 auf eine Mühle verändert zu werden. Dasgleiche ist mit dem Hammer zur Hauptherstellung gefallen. Nicht einmal dem Papierwerk ging es gut, dessen Betrieb musste beschränkt werden. 1862 wurde es den Brüdern Kuhnel verkauft, die ummachten komplett den ganzen Betrieb und es ist ihnen gelungen die Herstellung wieder zu beleben. Schliesslich arbeiteten sie auch auf Export.

1850 sind die Dörfer selbständige Verwaltungseinheiten worden. Nachfolgend sollte es dem Dorf dank dieser Veränderung besser gehen, es war jedoch Gegenteil wahr. Wegen des Erlöschens der Hauptunternehmen sowie Spitzenklöppeln, was viele Familien nährte, sind in Perštejn Notzeiten angegangen. Einige Leute starben hier sogar vor Hunger. Um dessen nicht genügend zu haben, es begann die Einwohner von Perštejn auch häufige Naturkatastrophen zu quälen. Z.B. 1850 hatte der Blitz auf den Felsen eingeschlagen und ein abgespaltetes Stück stürzte auf das Haus Nr. 59 ab... Meist zerstörende Folgen fürs Dorf stellten häufige Fluten dar. Die schlimmste war angeblich am 27. 5. 1868, wenn bei einem schrecklichen Wolkenbruch sind die Bäche, während einer Halbenstunde, aus den Ufern getreten. Die Verbindung mit den Ortschaften in den Gebirgen war unterbrochen und der Bach von Rájov häufte vor sich so viel Steine an, dass sie einen Damm beschaffen haben. Der Bach von Vykmanov konnte ihn nicht überwinden und veränderte die Richtung. Unterwegs riss er alles ab, was ihm im Wege stand. Die Leute konnten nur die Abhänge hinauf fliehen und warten dort was vorgehen wird…

Diese schlechte Zeiten dauerten glüclich nicht lange. Bald darauf begannen in Perštejn und dessen Ortschaften neue Unternehmen zu entstehen, die Beschäftigung wieder gewährten. Es gab ein neues Papierwerk im Haus Nr. 20, zur Herstellung des Filterpapiers, eine Firma eröffnete Produktion der Korkstöpsel, 1885 entstand hier Rossners Kartonagenfabrik zur Herstellung verschiedener Etuis, Bonbonnieren, Apotheker-, Juwelier-, Parfumerie- und Besteckkassetten. Hier wurden auch Mundharmoniken und Saiten erzeugt. Der Betrieb hatte auch eigene Druckerei und Tischlerei und exportierte nach Schweden und Norwegen. 1886 eröffnete Josef Brunner Herstellung der Holzwaren und Schiefertafeln.

Zur Entwicklung hiesiger Industrie trug auch Verlängerung der Eisenbahn von Prag über Chomutov bis nach Cheb bei. Die Bahnstrecke wurde am 9. Oktober 1871 in Betrieb gesetzt, im selben Jahre wurde in Perštejn auch ein Postamt eröffnet.

Mit der Entwicklung der Industrie in den Städten stieg auch Interesse für Natur ein. Perštejn wurde somit eine beliebte Sommerfrische, besonders wenn beim Herrensägewerk noch eine Sauerbrunnenquelle gefunden wurde.

Wie Ende des 19.Jhs., auch der Beginn des des 20. Jhs. war sehr erfolgreich für Perštejn. Gleich im Jahre 1900 kaufte Ludvík Breitfeld eine kleine Fabrik zur Herstellung der Posamenten, die hier von 1864 fungierte, er modernisierte sie, installierte hier eine Dampfmaschine, benutzte nahes Wasser zum Antrieb zweier Turbinen und hatte eigene Stromversorgung. Es wurden hier Litzen, Spitzen, Fransen, Zwirnbänder und Kunstseidenfäden erzeugt. 1906 wurde von Dubí bei Teplice nach Perštejn die Firma Hermann Pickarts verlegt. Sie wurde hier „Erste Perštejns Fabrik zur Herstellung der Sägen und Werkzeuge“ genannt und begann im Haus Nr. 20, das Pickart zusammen mit Papierherstellung gekauft hatte. Im Jahre 1917 verkaufte er wieder diese Gebäude und er zog das ganze Unternehmen nach Okounov um. Das Papierwerk wurde dann wieder von Kuhnel übernommen. Seit 1911 an arbeitete in Perštejn eine andere Firma, die Sägen und Instrumente zur Holzbearbeitung erzeugte. Deren Besitzer waren die Brüder Alten. Diese Firma erbaute sich 1924 ein neues Gebäude, das später als Sokolturnhalle benutzt wurde. Das Warenzeichen der Firma – Jagdhut – ist noch heute auf diesem Gebäude zu sehen. 1919 entstand noch im Dorf die Firma Eduard Roscher, Werk- und Schneidezeugherstellung für Durchschläge und Gewinde.

Zu dieser Zeit gab es in Perštejn ein Geldinstitut, eine freiwillige Feuerwehrmannschaft, Männerchor (der auch Frauenchor einschloss), Turnverein, dessen Salonorchester Konzerte und Theatervorstellungen veranstaltete und ein Erzgebirgenverein Perštejn. Hiesige Schule war 5-Klassen und es gab hier auch eine Aufbaugewerbeschule für die Schüler im Älter von 15 bis 18 Jahre und eine Klasse tschechischer Schule, auch wenn hier nur ein wenig Tschechen lebten.




Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges nahmen im Dorf noch einige anderen Unternehmen zu.: Franz Knitel – Herstellung der Steppdecken, Wilhelm Placht – Ofensetzerei, Töpferei und Herstellung der Herde, Josef Schoffl – Sägewerk, Marie Tschochnerová – Sägewerk und Schindelmacherei. Alle diese Firmen imstande waren auch den Zweiten Weltkrieg zu überleben. Ausser deren gab es hier noch 6 kleinere Unternehmen: Anton Frank – Herstellung der Litzen, Franz Gamisch – Lebkuchen- und Süsswarenherstellung, Artur Guiber – Spirituosenerzeugung, Hugo Hirsch – Handel und Herstellung der Litzen, Wenzel Salzer – Tischlerei und Holzbearbeitungsmaschinenwerkstätte und Eduard Ziener – Herstellung der Schmucke aus Naturmaterialien. Diese Unternehmen sind jedoch nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr angeführt.

Wie überall in Tschechien, auch in Perštejn verschlechterten sich in der zweiten Hälfte der 30er Jahren die Verhältnisse zwischen Deutsche und Tschechen. Je näher das Jahr 1938, um so mehr gespannt die Situation war. In der Maiwahl 1938 gewann die deutsche SdP im Gemeinderat 27 Sitze von 30, zwischen Tschechen und Deutsche kam es zu kleinen Zerwürfnissen und Inzidenten …Am 30. September 1938 kam München, gefolgt von Besetzung der Sudeten mit deutschen Truppen. Der Krieg war unabwendbar. Am 3. 10. 1938 wurde Perštejn mit deutscher Armee besetzt.

Zuerst schien es hiesigen Deutschen es kommen endlich wieder bessere Zeiten an.. Auch einige Pläne zustande gekommen sind, auf die in der Zeit der der Weltkrise der 30er kein Geld war. Es wurde eine neue Wasserleitung von Údolíčko errichtet, der Gemeindeteich hinter em alten Eisenwerk wurde trockengelegt und auf dessem Ort begann eine moderne Badeanstalt gebaut zu werden, auch der im Jahre 1930 gegründete Friedhof wurde verbreitet…Kriegsfolgen begannen jedoch auch hierher einzugreifen. Die Männer sind auf die Front weggegangen und mussten für die vom Protektorat Böhmen-Mähren sowie von der UdSSR totaleingesetzten Frauen und später durch Kriegsgefangenen ersetzt werden. Z.B. nur in der Landwirtschaft arbeiteten rund 40 Polen und Russen. Arbeitspflichtig waren auch 80-jährige Bürger und Nichtarbeitantreten wurde gestraft. Später begannen die Umsiedler aus Osten und schliesslich auch Flüchtlinge vor der Ostfronte zu kommen. Es waren rund 2000 Leute. Ausser dieser Schwierigkeiten und Warenmangel betraf der Krieg Perštejn wohl nicht zu viel. 1944 sind hier zwar ein Paar Bomben gefallen, jedoch keine Schäden verursacht worden sind. Eine gewisse Drohung für das Dorf stellte noch zu Kriegsende ein systematisches Beschiessen der Eisenbahn und Strasse von Karlovy Vary dar, es beschädigte das Dorf jedoch gar nicht. Am 16. 12. 1943 ist nah zu Perštejn ein amerikanischer Jäger des Typs Mustang abgestürzt. Sein Pilot, Leutnant Wilson, ist im Feuer ums Leben gekommen. Er wurde auf dem Friedhof von Perštejn begraben und seine Überreste wurden später auf den Olšany Friedhof nach Prag übergetragen. Zu Beginn der 90er wurde im Dorf sein Gedenkstein enthüllt.

Nach dem Kriegsende kam es zur Aussiedlung deutscher Bevölkerung. Hätten die tschechischen Ansiedler nicht schon seit Mai begonnen zu kommen, wäre Perštejn fast entvölkert worden. In hiesigen Unternehmen wurde meistens die Nationalverwaltung festgelegt und einige setzten verhältnismässig erfolgreich ihre Tätigkeit fort. Dann kam es jedoch entweder zur Vollabstellung deren Betrieb oder sie wurden von Firmen aus Inland übernommen. Z.B. Breitfeld wurde demgemäss zum VEB Vereinigte Fabriken zur Herstellung der Bänder Dobruška, Papierwerk sowie Rossner zu Západočeské papírny Plzeň usw. eingereiht. Diese Eingriffe fast liquidierten die Unternehmen in Perštejn, nur das Papierwerk und „breitfeld“ überlebten, auch wenn zuerst als eine Militärwäscherei und Militärkleidung-, Wäsche- und Schuhereparatur. Seit Mitte der 50er wurde es von Herstellungsgenossenschaft VKUS Teplice übernommen und seit dieser Zeit her bis heute wird hier Schlafsäcke und Konfektion erzeugt.

Bald nach Befreiung begann hiesiges Leben zum Normal zurückzukehren – es wurden 3 Klassen tschechischer Schule geöffnet, tschechische Feuerwehrmannschaft gegründet, Sokol, Skaut, Theaterverein „Hraničář“ entstanden ist und auch das Genossenschaftsunternehmen Včela wurde gegründet. Im Oktober 1945 bekam Perštejn eine ständige Militärgarnison. In den 50er war hier reges Sportleben. Man spielte hier z.B. Kreisfussballwettbewerb, Tischtennis, Volleyball, an die Tradition von Sokol band TJ Spartak an.

In den 60er verliefen Abbrüche alter, ungeeigneten oder leeren Häuser. Die 70er verliefen in Perštejn in der Ruhe, ohne ausdrucksvollere Eingriffe ins alltägliche übliche Leben, die mit beträchtlichem Fortschritt zusammenhängenden Änderungen brachte erst Ende der 80er Jahre an. Es wurden hier eine Reihe neuer schönen Villen, ein Haus der Dienste und in den Jahren 1992 – 1996 wurde Gasleitung des Dorfes eingeführt. Perštejn wurde wieder ein bedeutungsvolles Erholungsgebiet. Obwohl daas Statut der Zentrumsdörfer erlosch im Jahre1990, Perštejn mit dessen Teilen Černýš, Lužný, Ondřejov, Rájov, Údolíčko und Vykmanov ist im wesentlichen ein Zentrumsdorf geblieben.

1992 wurde hier die Bezirksabteilung der Polizei der Tsch.Republik errichtet, im dergleichen Jahr hat Perštejn das Programm „Erneuerung des Dorfes“ angenommen. 1993 wurde es Bestandteil des Informationszentrums Erzgebirgsgebietes, im September diesen Jahres wurde eine neue Brücke über den Tal Perštejns, dank dessen sich ausdrucksvoll Verkehrs- und Umweltsbelastung des Unterteils Perštejns beschränkte, eröffnet. 1997 gewann das Dorf im Wettkampf „Dorf des jahres“ ein grünes Band für die Sorge für die Grünanlage.

Letztlich veränderte sich Vieles in Perštejn. Es entstanden hier neue Restaurants und Pensionen, dehnte sich die Anzahl der Läden und Dienste, Post sowie Lebensmittle- und Zeitschriftenverkauf sind ins neue Handels- und Dienstleistungenzentrum umgezogen, es gibt hier auch ein schönes Sportsgelände mit Tennisplätzen, eine der meist anziehenden Badeanstalten im Bezirk, mit Bungalows zur Unterkunft der Sommergäste … Seit dem Jahre 1993 her hat hiesige Schule eine neue Fassade, deren Farbbehandlung wurde von den selben Kindern entworfen. 1996 wurde eine einzigartige biologische Kläranlage in Betrieb gesetzt. Für die Zukunft wird ein Umbau der St.-Vendelín-Kirche geplant, in deren Räumen sollte dann Museum eingegangener Dörfer des Bezirks errichtet werden. Desweiteren sollte beim Hotel und Restaurant Formule ein Gedenkhain beschaffen werden, wo zwischen den Bäumen und Pfaden grosse, den Menhiren gleichen Steine mit den namen einzelner erloschenen Dörfer verteilt werden sollten.

Perštejn ist heute ein nettes, sich sehr versprechend entwickelndes Dorf, das für viele Leute aus der breiten Umgebung Ort mit Möglichkeit der Ruhe und Erholung darstellt.


Bibliographie: Bílek, J., Jangl, L., Urban,J. Dějiny hornictví na Chomutovsku
Chomutov 1976
Binterová, Z. Perštejn a okolí. Chomutov 1999
Chytilův Místopis Československé republiky. Praha 1930
Kotyška, V. Úplný místopisný slovník Království českého. Praha 1895
Urban, J. F. Potulky Kadaňskem II, III. 1935, 1936